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Helene Fischer siegt im Streit um Boulevardfotos

Schock-Fotos - Ist diese Liebe noch zu retten?



Maja-Marie von Heynitz
15.03.2017

Nachdem das Landgericht Köln in erster Instanz der Klage der bekannten Schlagersängerin Helene Fischer auf Schadensersatz stattgegeben hatte, entschied das Oberlandesgericht Köln in der Berufungsinstanz, dass durch die Bildveröffentlichungen zwar eine Persönlichkeitverletzung vorliege, diese aber nicht als hartnäckig anzusehen sei und deshalb kein Anspruch auf Geldentschädigung bestehe.

 

Helene Fischer klagte auf EUR 7.500 Schadensersatz gegen einen Verlag, der innerhalb von drei Jahren jeweils drei Bilder von ihr und ihrem Lebensgefährten veröffentlicht hatte. Die Bilder wurden bei einem Restaurantbesuch im Urlaub auf Mallorca aufgenommen. Ein Artikel trug die Überschrift „Schock-Fotos - Ist diese Liebe noch zu retten?". Darin wurde über das Ende der Beziehung des Schlagerstars spekuliert. Gegen diese Berichterstattung wehrte sich die Sängerin und verlangte vom Zeitschriftenverlag Unterlassung und Schadensersatz. 

 

Das Landgericht Köln gab der Klage der Sängerin statt. Das OLG Köln bestätigte dies nur zum Teil und gab dem Anspruch auf Unterlassung statt. Jedoch sei die Rechtsverletzung nicht so schwerwiegend, dass eine Geldentschädigung für Helene Fischer geboten sei.

 

Ob eine Schadensersatzpflicht bestehe, sei anhand mehrerer Kriterien im Einzelfall zu prüfen. Unter anderem spiele dabei eine große Rolle, unter welchen Umständen und in welchem Zusammenhang und vor allem wie häufig und in welchen zeitlichen Abständen die Veröffentlichungen erfolgen. Eingriffe, die in Abständen von über einem Jahr erfolgen, seien in der Regel nicht als hartnäckiges Verhalten einzustufen. Im vorliegenden Fall fehle es an der erforderlichen Intensität. Auch der zugehörige Wortbeitrag über ein mögliches Beziehungsende Helene Fischers stelle keine vergleichbare Intensität des Eingriffs dar. Daher sei der Verlag nicht auf die Bezahlung eines Schadensersatzes zu verurteilen.



 
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